Brennweiten Übersicht Tabelle Welches Objektiv für Porträt, Landschaft & Astro 2026

Brennweiten Übersicht Tabelle: Welches Objektiv für Porträt, Landschaft & Astro? 2026

Die Brennweite gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Kameraobjektivs. Sie entscheidet maßgeblich darüber, wie viel von einer Szene auf dem Foto zu sehen ist, wie groß entfernte Motive erscheinen und welche Bildwirkung entsteht. Angegeben wird die Brennweite in Millimetern, beispielsweise 24 mm, 35 mm, 50 mm, 85 mm oder 200 mm.

Doch welches Objektiv eignet sich für welches Motiv? Ist 35 mm besser für Landschaften oder Street Photography? Warum gelten 85 mm und 135 mm als klassische Porträtbrennweiten? Und welche Brennweite ist für die Astrofotografie sinnvoll?

Die folgende Brennweiten-Tabelle 2026 bietet eine schnelle Orientierung und erklärt anschließend ausführlich, welche Brennweiten sich für Porträt, Landschaft, Architektur, Reise, Tiere, Sport und Astro eignen.

Brennweiten Übersicht Tabelle 2026

Brennweite Vollformat Objektivtyp Typische Motive Bildwirkung
8–14 mm Ultraweitwinkel Architektur, extreme Landschaft, Astro sehr weiter Bildwinkel
14–20 mm Ultraweitwinkel Landschaft, Architektur, Astro dramatisch, weitläufig
20–24 mm Weitwinkel Landschaft, Astro, Innenräume weit und dynamisch
24–28 mm Weitwinkel Reise, Landschaft, Street weit, aber relativ natürlich
28–35 mm Weitwinkel Street, Reportage, Reise natürlicher Kontext
35–50 mm Standard Alltag, Street, Reise, Reportage vielseitig und ausgewogen
50–70 mm Standard/leichtes Tele Porträt, Alltag, Events relativ natürliche Perspektive
85–105 mm Porträt-Tele Porträt, Hochzeit, Detail schmeichelnde Perspektive
105–135 mm Tele Porträt, Event, Detail starke Freistellung
135–200 mm Tele Porträt, Sport, Tiere starke Motivisolierung
200–400 mm Tele Wildlife, Sport entfernte Motive groß
400–600 mm Supertele Wildlife, Vögel, Sport sehr große Reichweite
600–800+ mm Supertele Vögel, Wildlife, entfernte Motive maximale Reichweite

Nikon ordnet beispielsweise 85–135 mm dem mittleren Telebereich für Porträts zu, während 300–800 mm vor allem für Sport und Tiere interessant sind. Ultraweitwinkelobjektive werden unter anderem für Landschaften und Astrofotografie eingesetzt.


Was bedeutet Brennweite überhaupt?

Die Brennweite wird in Millimetern (mm) angegeben. Sie beschreibt vereinfacht die optische Charakteristik eines Objektivs und beeinflusst insbesondere den Bildwinkel und die Vergrößerung. Eine kurze Brennweite zeigt einen großen Ausschnitt der Umgebung, während eine lange Brennweite einen deutlich kleineren Bildausschnitt erfasst und entfernte Motive größer erscheinen lässt.

Vereinfacht gilt:

Kurze Brennweite = großer Bildwinkel

Lange Brennweite = kleiner Bildwinkel

Beispiel:

Ein 24-mm-Objektiv eignet sich gut, wenn viel Umgebung ins Bild soll.

Ein 200-mm-Objektiv eignet sich dagegen, wenn ein weit entferntes Motiv möglichst groß dargestellt werden soll.

Dabei ist die Brennweite nicht dasselbe wie die tatsächliche Länge des Objektivs. Ein modernes 600-mm-Objektiv muss beispielsweise nicht 600 mm lang sein.


Brennweiten Tabelle: Welche Brennweite für welches Motiv?

Motiv Empfehlenswerter Brennweitenbereich Besonders beliebt
Landschaft 14–35 mm 20–24 mm
Architektur 14–35 mm 16–24 mm
Astro 14–24 mm 14–20 mm
Milchstraße 14–24 mm 14–20 mm
Street Photography 24–50 mm 28–35 mm
Reise 24–70 mm 24–35 mm
Reportage 28–70 mm 35–50 mm
Alltag 35–70 mm 35–50 mm
Ganzkörperporträt 50–85 mm 50–85 mm
Klassisches Porträt 85–135 mm 85–105 mm
Beauty-/Headshot 85–135 mm 105–135 mm
Hochzeit 35–135 mm 50–85 mm
Sport 70–400+ mm 200–400 mm
Tiere 200–600+ mm 400–600 mm
Vögel 400–800+ mm 600–800 mm
Makro meist 50–200 mm 90–105 mm

Diese Bereiche sind keine festen Regeln. Die gewünschte Bildwirkung, der Abstand zum Motiv und der verfügbare Platz sind mindestens genauso wichtig wie die reine Brennweite.


24 mm: Landschaft, Architektur und Astro

24 mm gehört zu den klassischen Weitwinkelbrennweiten.

Auf einer Vollformatkamera eignet sich 24 mm unter anderem für:

  • Landschaft
  • Architektur
  • Reise
  • Innenräume
  • Street Photography
  • Astrofotografie
  • Reportage

Die Brennweite ist weit genug, um viel Umgebung aufzunehmen, wirkt aber meist kontrollierter als extrem kurze Brennweiten.

Für Landschaftsfotografen ist 24 mm deshalb besonders vielseitig.

Nikon ordnet 24–35 mm dem Weitwinkelbereich zu und nennt Landschaft, Architektur und kreative Weitwinkelaufnahmen als typische Einsatzbereiche.


20 mm: Der vielseitige Ultraweitwinkelbereich

Mit 20 mm wird der Bildwinkel deutlich größer.

Das kann bei Landschaften besonders interessant sein, wenn:

  • ein großer Vordergrund integriert werden soll,
  • der Himmel viel Raum einnehmen soll,
  • eine dramatische Perspektive gewünscht ist,
  • große Gebäude vollständig ins Bild passen sollen.

Auch für Astro ist 20 mm interessant, insbesondere wenn Landschaft und Himmel gemeinsam dargestellt werden sollen.


14–16 mm: Landschaft und Astrofotografie

14 bis 16 mm gehören zum Ultraweitwinkelbereich.

Solche Brennweiten sind beliebt für:

  • große Landschaften
  • Architektur
  • Innenräume
  • Milchstraßenfotografie
  • Sternenhimmel
  • dramatische Perspektiven

Nikon nennt Ultraweitwinkelobjektive ausdrücklich als geeignete Werkzeuge für Landschaften und Astrofotografie.

Ein Vorteil bei Astroaufnahmen: Durch den großen Bildwinkel kann ein großer Bereich des Himmels aufgenommen werden.


35 mm: Street, Reise und Reportage

35 mm ist eine der beliebtesten Brennweiten für dokumentarische Fotografie.

Sie bietet einen guten Kompromiss:

  • relativ großer Bildwinkel,
  • trotzdem keine extreme Weitwinkelwirkung,
  • ausreichend Nähe zum Motiv,
  • Umgebung bleibt sichtbar.

35 mm eignet sich deshalb hervorragend für:

  • Street Photography
  • Reise
  • Reportage
  • Hochzeiten
  • Alltag
  • Umgebungs-Porträts

Canon nennt für Vollformatkameras etwa 28 bis 50 mm als besonders geeigneten Bereich für Street- und Reportagefotografie.


50 mm: Der Klassiker für Alltag und Porträt

Das 50-mm-Objektiv wird häufig als besonders vielseitige Festbrennweite bezeichnet.

Es eignet sich beispielsweise für:

  • Alltag
  • Street Photography
  • Reisen
  • Events
  • Reportage
  • Porträts
  • Stillleben

Nikon nennt 50 mm als typische Standardbrennweite für eine Vielzahl von Motiven wie Porträts, Events, Reisen und Street Photography.

Ein 50-mm-Objektiv mit großer Blendenöffnung, beispielsweise f/1.8, kann zudem eine attraktive Hintergrundunschärfe erzeugen.


85 mm: Die klassische Porträtbrennweite

Wenn es um klassische Porträts geht, fällt besonders häufig die Brennweite 85 mm.

Warum?

Die Brennweite ermöglicht einen gewissen Abstand zum Model und kann gleichzeitig eine natürliche, schmeichelnde Darstellung des Gesichts ermöglichen.

Typische Einsatzbereiche:

  • Kopfporträts
  • Oberkörperporträts
  • Hochzeiten
  • Business-Porträts
  • Beauty
  • Familienporträts

Nikon nennt 85, 105 und 135 mm ausdrücklich als klassische Porträtbrennweiten.

Auch Canon hebt beispielsweise 85 mm und 135 mm als geeignete Porträtbrennweiten hervor.


105 mm: Porträt und Detail

105 mm bietet etwas mehr Reichweite als 85 mm.

Das kann bei Porträts praktisch sein, wenn etwas mehr Abstand gewünscht ist.

Geeignet für:

  • Kopfporträts
  • Beauty
  • Hochzeiten
  • Detailaufnahmen
  • Produktdetails
  • Makro, je nach Objektiv

105-mm-Objektive sind deshalb häufig sehr vielseitig.


135 mm: Freistellung und Porträt

135 mm gehört zu den klassischen längeren Porträtbrennweiten.

Vorteile:

  • großer Arbeitsabstand,
  • starke Motivisolierung,
  • attraktive Hintergrundkompression,
  • gute Freistellung bei lichtstarken Objektiven.

Nikon führt 135 mm zusammen mit 85 und 105 mm als klassische Porträtbrennweite auf.

Für kleine Innenräume kann 135 mm allerdings schnell zu lang werden. Im Freien bietet die Brennweite dagegen viel Gestaltungsspielraum.


200 mm: Tiere, Sport und Porträts

Mit 200 mm beginnt ein Bereich, der zunehmend für entfernte Motive interessant wird.

Typische Anwendungen:

  • Sport
  • Tiere
  • Wildlife
  • Bühnenfotografie
  • Konzertfotografie
  • Porträts aus größerer Entfernung

Das Motiv kann formatfüllend aufgenommen werden, ohne dass der Fotograf unmittelbar daneben stehen muss.


300–400 mm: Wildlife und Sport

300 bis 400 mm sind klassische Telebrennweiten für:

  • Tierfotografie
  • Sport
  • Motorsport
  • Vögel
  • Flugzeuge
  • Outdoor-Veranstaltungen

Canon nennt beispielsweise 300 mm als typische lange Brennweite für Wildlife und Sport.

Bei diesen Brennweiten ist die Auswahl des richtigen Standorts besonders wichtig. Schon kleine Bewegungen der Kamera können deutlich stärker sichtbar werden als bei einem Weitwinkelobjektiv.


600–800 mm: Vögel und weit entfernte Tiere

Wer Vögel oder scheue Wildtiere fotografiert, benötigt häufig deutlich längere Brennweiten.

600 mm oder 800 mm ermöglichen es, kleine Motive aus großer Entfernung formatfüllend aufzunehmen.

Typische Einsatzgebiete:

  • Vogelfotografie
  • Wildlife
  • Safaris
  • Motorsport
  • Luftfahrt
  • Sport

Nikon ordnet 300–800 mm dem Supertelebereich für Sport und Tierfotografie zu.


Welches Objektiv für Porträt?

Für Porträts gibt es nicht nur eine richtige Brennweite.

Porträt-Brennweiten Tabelle

Brennweite Porträtwirkung Geeignet für
35 mm viel Umgebung Reportageporträt
50 mm natürlich und vielseitig Ganzkörper, Umweltporträt
85 mm klassisch Kopf- und Oberkörperporträt
105 mm sehr angenehm Headshots, Beauty
135 mm starke Freistellung Beauty, Outdoor
200 mm große Distanz Outdoor-Porträt

Für klassische Porträts sind 85 bis 135 mm besonders interessant.

Ein Objektiv mit großer maximaler Blendenöffnung kann dabei zusätzlich für eine geringe Schärfentiefe und einen unscharfen Hintergrund sorgen. Die Brennweite allein erzeugt jedoch nicht das Bokeh; auch Blende, Motivabstand, Hintergrundabstand und Sensorformat spielen eine Rolle.


Welches Objektiv für Landschaft?

Für Landschaftsfotografie sind 14 bis 35 mm besonders vielseitig.

Landschafts-Brennweiten Tabelle

Brennweite Landschaftseinsatz
14–16 mm sehr weite Landschaften
18–20 mm dramatische Perspektiven
20–24 mm klassische Weitwinkel-Landschaft
24–28 mm vielseitiger Landschaftsbereich
35 mm natürlicherer Bildausschnitt
50 mm Details und Ausschnitte
70–200 mm entfernte Landschaftselemente

Interessant ist, dass Landschaftsfotografie nicht ausschließlich mit Weitwinkelobjektiven betrieben werden muss.

Ein 200-mm-Teleobjektiv kann beispielsweise einen Berggipfel, eine Felsformation oder einen entfernten Baum gezielt isolieren.

Nikon weist ebenfalls darauf hin, dass Teleobjektive in der Landschaftsfotografie verwendet werden können, um entfernte Elemente formatfüllend abzubilden.


Welches Objektiv für Astrofotografie?

Bei der Astrofotografie ist eine Kombination aus großem Bildwinkel und hoher Lichtstärke häufig besonders interessant.

Typische Brennweiten:

14 mm

16 mm

20 mm

24 mm

Astro-Brennweiten Tabelle

Brennweite Typische Astro-Anwendung
14 mm sehr großer Himmelsausschnitt
16 mm Milchstraße mit Landschaft
20 mm ausgewogene Astro-Landschaft
24 mm Himmel und Vordergrund
28 mm etwas engerer Bildausschnitt
35 mm detailreicher, aber kleinerer Himmelsbereich
50 mm+ einzelne Himmelsobjekte, spezielle Anwendungen

Für klassische Milchstraßenlandschaften sind 14 bis 24 mm besonders beliebt.

Nikon führt Ultraweitwinkelobjektive wie 14–24 mm ausdrücklich als geeignet für Landschaften und Astrofotografie auf.


Warum ist eine lichtstarke Blende bei Astro wichtig?

Die Brennweite ist bei Astroaufnahmen nur ein Teil der Objektivwahl.

Mindestens genauso wichtig ist die Lichtstärke.

Ein Objektiv mit:

14 mm f/2.8

sammelt bei gleicher Belichtungszeit mehr Licht als ein Objektiv mit:

14 mm f/5.6

Eine große Blendenöffnung ermöglicht deshalb bei Nacht niedrigere ISO-Werte oder kürzere Belichtungszeiten.

Gerade bei der Milchstraßenfotografie ist das ein wichtiger Faktor.


Brennweite und Crop-Faktor: APS-C ist nicht gleich Vollformat

Eine wichtige Besonderheit bei der Brennweitenwahl ist das Sensorformat.

Ein 50-mm-Objektiv bleibt optisch ein 50-mm-Objektiv. Auf einem APS-C-Sensor erfasst es jedoch einen kleineren Bildausschnitt als auf einer Vollformatkamera.

Bei Canon APS-C wird beispielsweise häufig mit einem Faktor von 1,6 gerechnet.

Aus:

50 mm × 1,6 = 80 mm

werden damit ungefähr 80 mm Kleinbildäquivalent.

Bei einem APS-C-System mit einem Crop-Faktor von etwa 1,5 entsprechen:

50 mm × 1,5 = 75 mm

Deshalb kann ein 50-mm-Objektiv an APS-C bereits sehr interessant für Porträts sein.

Canon nennt beispielsweise ein 50-mm-Objektiv an APS-C als preiswerte Möglichkeit, in den klassischen Porträtbereich zu gelangen.

Nikon weist ebenfalls darauf hin, dass sich die relative Brennweite an DX- und FX-Kameras unterscheidet.


Brennweiten Tabelle für Vollformat und APS-C

Als grobe Orientierung:

Vollformat APS-C ca. 1,5× Canon APS-C ca. 1,6× Typischer Einsatz
14 mm 9 mm 9 mm Ultraweitwinkel
16 mm 11 mm 10 mm Landschaft, Astro
20 mm 13 mm 13 mm Landschaft, Astro
24 mm 16 mm 15 mm Weitwinkel
28 mm 19 mm 18 mm Reise, Street
35 mm 23 mm 22 mm Street, Reportage
50 mm 33 mm 31 mm Standard/Porträt
85 mm 57 mm 53 mm Porträt
105 mm 70 mm 66 mm Porträt
135 mm 90 mm 84 mm Porträt
200 mm 133 mm 125 mm Tele
400 mm 267 mm 250 mm Wildlife

Die Tabelle zeigt äquivalente Bildwinkel, nicht eine physische Änderung der Brennweite.


Zoomobjektiv oder Festbrennweite?

Bei der Auswahl des Objektivs stellt sich außerdem die Frage:

Zoom oder Festbrennweite?

Festbrennweite

Beispiele:

  • 24 mm
  • 35 mm
  • 50 mm
  • 85 mm
  • 135 mm

Vorteile:

  • häufig hohe Lichtstärke,
  • kompakte Bauweise möglich,
  • klare kreative Einschränkung,
  • häufig sehr gute Bildqualität.

Der Fotograf muss allerdings durch seine eigene Bewegung den Bildausschnitt verändern.

Zoomobjektiv

Beispiele:

  • 14–24 mm
  • 24–70 mm
  • 24–120 mm
  • 70–200 mm
  • 100–400 mm
  • 200–600 mm

Vorteile:

  • flexible Bildgestaltung,
  • weniger Objektivwechsel,
  • besonders praktisch auf Reisen,
  • ideal für Events und Reportage.

Nikon nennt beispielsweise 24–70 mm als vielseitige Lösung für Reisen und Alltag und 70–200 mm als typischen Telebereich.


Welches Objektiv als Allrounder?

Wer nur ein Objektiv besitzen möchte, sollte einen möglichst vielseitigen Brennweitenbereich wählen.

Für Vollformat sind beispielsweise:

24–70 mm

oder

24–120 mm

besonders interessant.

Mit 24 mm steht ein brauchbarer Weitwinkel zur Verfügung, während 70 beziehungsweise 120 mm bereits für Porträts und entfernte Motive geeignet sind.

Wer hingegen hauptsächlich Tiere oder Sport fotografiert, benötigt normalerweise deutlich mehr Reichweite.


Welches Objektiv für Reisen?

Für Reisen ist eine Kombination aus Flexibilität, Gewicht und Brennweitenbereich entscheidend.

Ein 24–70-mm-Zoom ist ein klassischer Allrounder.

Alternativen:

24–120 mm für noch mehr Reichweite.

18–50 mm APS-C für eine kompakte Reisekombination.

35 mm Festbrennweite für besonders leichte Ausrüstung.

Nikon nennt 24–70 mm ausdrücklich als typische Empfehlung für Reisen und Alltag.


Welches Objektiv für Street Photography?

Für Street Photography sind 28, 35 und 50 mm besonders interessant.

28 mm

Gut für:

  • viel Umgebung,
  • Architektur,
  • dynamische Perspektiven.

35 mm

Gut für:

  • Reportage,
  • Alltag,
  • Menschen mit Umgebung.

50 mm

Gut für:

  • etwas stärkere Motivisolierung,
  • Porträts,
  • Details.

Welche Brennweite am besten funktioniert, ist letztlich eine Frage des persönlichen Stils.


Brennweite und Perspektive: ein wichtiger Unterschied

Ein häufiger Irrtum lautet:

„Eine längere Brennweite komprimiert die Perspektive.“

Genauer betrachtet entsteht der Perspektiveffekt vor allem dadurch, dass der Fotograf seinen Standort verändert.

Wenn du für denselben Bildausschnitt mit einem längeren Objektiv weiter zurückgehst, verändern sich die relativen Größenverhältnisse von Vorder- und Hintergrund. Dadurch entsteht der bekannte „komprimierte“ Look.

Das ist bei Porträts besonders relevant.

Mit 85 oder 135 mm steht der Fotograf normalerweise weiter vom Model entfernt als mit 24 oder 35 mm. Dadurch kann das Gesicht natürlicher wirken und der Hintergrund stärker isoliert erscheinen.


Welche Brennweite ist die beste?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Die beste Brennweite hängt davon ab:

  • was fotografiert wird,
  • wie viel Platz vorhanden ist,
  • wie weit das Motiv entfernt ist,
  • welche Bildwirkung gewünscht wird,
  • wie groß der Sensor ist,
  • wie viel Gewicht man tragen möchte,
  • wie wichtig Lichtstärke ist.

Eine Landschaft kann mit 16 mm spektakulär wirken, mit 35 mm natürlich und mit 200 mm grafisch und reduziert.

Ein Porträt kann mit 50 mm dokumentarisch, mit 85 mm klassisch und mit 135 mm stark freigestellt wirken.

Die Brennweite ist daher nicht nur eine technische Eigenschaft, sondern ein Gestaltungswerkzeug.


Brennweiten Übersicht als schnelle Entscheidungshilfe

Wer schnell das passende Objektiv auswählen möchte, kann sich an dieser Übersicht orientieren:

Ich möchte fotografieren … Gute Ausgangsbrennweite
sehr weite Landschaft 14–20 mm
klassische Landschaft 20–35 mm
Architektur 16–24 mm
Milchstraße 14–24 mm
Reise 24–70 mm
Street 28–35 mm
Reportage 35–50 mm
Alltag 35–50 mm
Ganzkörperporträt 50–85 mm
klassisches Porträt 85 mm
Headshots 85–135 mm
Beauty 105–135 mm
Hochzeit 35–135 mm
Sport 70–400+ mm
Wildlife 200–600+ mm
Vögel 400–800+ mm
entfernte Landschaftsdetails 100–400 mm

Fazit: Die richtige Brennweite 2026

Die ideale Brennweite gibt es nicht. Vielmehr sollte sie zum Motiv und zur gewünschten Bildwirkung passen.

Für Landschaft und Astro sind Weitwinkel- und Ultraweitwinkelobjektive zwischen etwa 14 und 35 mm besonders vielseitig. Für Street und Reise sind 28 bis 50 mm hervorragende Ausgangspunkte. Bei klassischen Porträts haben sich 85, 105 und 135 mm etabliert. Für Sport und Wildlife beginnt der interessante Bereich häufig ab etwa 200 mm, während für Vögel und sehr weit entfernte Tiere Brennweiten von 400 bis 800 mm oder mehr sinnvoll sein können.

Wer möglichst wenig Objektive besitzen möchte, fährt mit einem 24–70-mm- oder 24–120-mm-Zoom auf Vollformat sehr flexibel. Wer dagegen gezielt fotografische Genres betreibt, kann mit spezialisierten Festbrennweiten wie 20 mm, 35 mm, 85 mm oder 135 mm eine ganz bestimmte Bildsprache entwickeln.

Entscheidend ist letztlich nicht die vermeintlich „beste“ Brennweite, sondern die Frage: Wie soll das Motiv auf den Betrachter wirken?

Quellen und weiterführende Informationen